Je weniger Freiräume es in Siedlungsgebieten gibt desto wichtiger wird die Qualität der übrig gebliebenen Flächen. Aber was macht die Qualität von Freiräumen aus? Für die meisten Menschen sind Freiräume gut, die für sie zugänglich sind und in denen sie sich sicher fühlen. Sie sollten auch vielfältig, naturnah, abwechslungsreich und biodivers sein, d.h. eine hohe Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren haben. Solche Freiräume erlauben den Menschen, die Natur zu erleben und sich von Stress zu erholen. Die Freiräume sollten in der unmittelbaren Wohnumgebung lieben und zu Fuss gut erreichbar sein.
Das Naturerlebnis ist für Menschen wichtig, weil sie gerne Tiere und Pflanzen sehen, aber auch weil sie die Jahreszeiten erleben wollen. So können sie sich erholen und regenerieren. Naturnahe und artenreiche Freiräume tragen deshalb zur Lebensqualität von Menschen in städtischen Umgebungen bei. Zudem fördern sie die Biodiversität in dicht besiedelten Gebieten. Dies ist dringend nötig: Viele Lebensräume sind durch die Überbauung von Kulturland verloren gegangen und somit auch die Pflanzen und Tiere dieser Lebensräume. Alles bestens also: naturnahe Freiräume nützen der Biodiversität und den Menschen. Das stimmt generell tatsächlich, aber bei den Details und der Umsetzung bleiben noch einige Probleme zu lösen.
So beeinträchtigt eine zu starke Nutzung der Freiräume durch den Menschen die Biodiversität. Tiere werden gestört und leiden unter dem Lärm und den anderen Störungen durch den Menschen. Pflanzen werden zertreten wenn Menschen dort Fussball spielen oder grillieren. Es braucht also Flächen, in denen die Menschen Priorität haben und Flächen in denen die Biodiversität ungestört bleibt oder zumindest wenig gestört wird. Diese Flächen müssen manchmal voneinander getrennt werden, weil die Ansprüche von Mensch und Natur nicht immer übereinstimmen. Die Freiraumplanung erfordert deshalb Kenntnisse über die Biodiversität aber auch über die Ansprüche des Menschen an ihre Alltagslandschaft.
Am Mittwoch, 28.9.2011 findet in Zürich eine Konferenz zu diesem Thema statt: Biodiversität im Wohnumfeld – Neue Chancen für Mensch, Natur und Immobilienwirtschaft. (Und lassen Sie sich nicht von der unübersichtlichen Website abschrecken)
